Makler darf dem Hausverkäufer glauben

Ohne besonderen Grund muss er dessen Angaben zur Immobilie nicht überprüfen

onlineurteile.de - Ein Ehepaar wollte sein Wochenendhaus verkaufen und beauftragte damit eine Maklerfirma. Für den Fall einer erfolgreichen Vermittlung wurde Provision vereinbart. Der Makler übernahm in sein Exposé alle Angaben der Verkäufer — unter anderem die Bezeichnung "Wohnhaus" für das Anwesen. Sie war im Gespräch so gefallen. Auch in Internetanzeigen warb der Makler für ein "Wohnhaus".

Kein Wunder also, dass sich Interessenten meldeten, die dort dauerhaft wohnen wollten. Der Kaufvertrag war schon unterschrieben, als die Käufer erfuhren, dass das unmöglich war: Aufgrund baurechtlicher Beschränkungen durfte das Haus nur als Wochenendhaus bzw. Ferienhaus genutzt werden. Dann sei das Geschäft für sie nicht mehr von Interesse, erklärten daraufhin die Käufer. Vor Gericht einigten sich die Parteien darauf, den Kaufvertrag aufzuheben.

Da der Kauf nicht zustande kam, wollte das Ehepaar dem Makler keine Provision zahlen. Dass das Geschäft misslang, sei seine Schuld, meinten die Hauseigentümer: Vielleicht hätten sie mal von "Wohnhaus" gesprochen. Aber das bedeutete doch nicht, dass der Makler das so ins Exposé schreiben sollte. Grundsätzlich sei es Sache des Maklers, sich über baurechtliche Auflagen für eine Immobilie zu informieren.

Mit diesem Argument war das Amtsgericht Altenkirchen nicht einverstanden: Es sprach der Maklerfirma die Provision zu (71 C 104/14). Sie habe das Exposé nicht etwa eigenmächtig so formuliert, sondern nur die Angaben der Verkäufer wiedergegeben. Auf deren Richtigkeit dürfe ein Makler vertrauen, ohne besonderen Anlass müsse er sie nicht in Frage stellen und überprüfen.

Wenn die Hauseigentümer von "Wohnhaus" sprächen, müsse der Makler keine Nachforschungen bei der Baubehörde anstellen, um zu klären, ob das zutreffe. Eine Maklerfirma sei nicht verpflichtet, wegen eventueller baurechtlicher Beschränkungen zu recherchieren. Vielmehr hätten die Verkäufer den Makler darauf hinweisen müssen, dass das Kaufobjekt ausschließlich als Ferien- und Wochenendhaus nutzbar sei.