Makler sollte Haus verkaufen

Keine Provision, wenn er dem Hauseigentümer die Käuferin nicht "benannt" hat

onlineurteile.de - Ein Hauseigentümer wollte die Immobilie verkaufen und beauftragte damit eine Maklerfirma. Eine Mitarbeiterin des Maklers führte unter anderem zwei Schwestern durch das Haus, Frau H und Frau K. Sie hielt Frau H für eine Kaufinteressentin und schrieb deren Namen mit auf eine Interessentenliste, die sie dem Hauseigentümer gab. Von den Personen, die auf der Liste standen, entschloss sich niemand zum Kauf. Doch zwei Monate später kaufte das Ehepaar K das Hausgrundstück.

Vergeblich forderte die Maklerfirma vom Verkäufer die vereinbarte Provision. Auch ihre Zahlungsklage blieb beim Oberlandesgericht (OLG) Karlsruhe erfolglos (15 U 60/05). Der Kontakt zu den Käufern sei ohne Beteiligung des Maklers zustande gekommen, stellte das OLG fest. Seine Tätigkeit sei also für den Abschluss des Kaufvertrages nicht ursächlich gewesen.

Das Maklerbüro habe den Verkäufer nicht über Frau K als Kaufinteressentin informiert. Damit hätte er ihm eine Gelegenheit zum Verkauf aufgezeigt; nur dann hätte er Anspruch auf Provision. Doch die Interessentenliste habe mit dem späteren Verkauf des Hauses nichts zu tun. Als die erstellt wurde, sei das Ehepaar noch gar nicht bereit gewesen, das Anwesen zu erwerben.

Auf den Maklervertrag könne sich die Maklerfirma auch nicht berufen. Darin verpflichte sich zwar der Hauseigentümer, Provision auch dann zu zahlen, wenn er "einen Kaufvertrag am Auftragnehmer/Makler vorbei" abschließen sollte. Diese Klausel sei jedoch unwirksam. Denn sie sei mit dem Grundgedanken des Maklerrechts unvereinbar, dass ein Makler Provision nur verdiene, wenn seine Leistung zum Abschluss eines Vertrags führe.