Makler sucht Bieter für eine Versteigerung

Bei Zwangsversteigerungen wird kein Vertragsabschluss vermittelt - keine Maklerprovision

onlineurteile.de - Eine Bank betrieb gegen einen bei ihr hoch verschuldeten Kunden die Zwangsvollstreckung. Sein Haus sollte versteigert werden. Zunächst fanden sich jedoch keine Interessenten, die dafür etwas geboten hätten. Da beauftragte die Bank einen Makler damit, Bieter zu suchen. Er fand Interessenten, die Haus und Grund tatsächlich ersteigerten. Sie zahlten dafür mehr, als der bisherige Eigentümer der Bank schuldete. Die Bank zahlte ihm den Differenzbetrag aber nicht voll aus, sondern zog von dieser Summe eine Provision für den Makler ab. Dagegen setzte sich der Mann zur Wehr - mit Erfolg.

Eine Versteigerung sei ein "hoheitlicher Akt", so das Oberlandesgericht Celle (3 W 108/04). Dabei werde kein Vertragsabschluss vermittelt und nur dafür bekämen Makler Provision. Wenn der Makler keinen Anspruch auf Provision habe, dürfe die Bank diese Summe auch nicht von dem Mehrerlös abzwacken, der ihrem Schuldner zustehe. Zwar liege es auch im Interesse des Schuldners, dass der Makler Bieter für das Haus gesucht habe. Anders wäre er ja seine Schulden nicht losgeworden. Letztlich habe aber die Bank den Makler in ihrem eigenen Interesse beauftragt.