Maklerin beauftragt?

Vater und Bruder der Maklerkundin kaufen das besichtigte Haus ...

onlineurteile.de - Eine Frau suchte für ihre Familie ein Hausgrundstück im Süden von München und rief im Oktober 2000 in einem Maklerbüro an. Die Maklerin nannte ihr ein Grundstück, das die Kundin mit einer Angestellten des Büros besichtigte. Ob die Maklerin vorher mit der Kundin eine Provision vereinbart und ihr ein Exposé des Objekts zugesandt hatte, war im Nachhinein umstritten. Fest steht: Ein halbes Jahr nach dem Kontakt kauften Vater und Bruder der Kundin zum Preis von 2.420.000 Mark das Hausgrundstück.

Vergeblich forderte die Maklerin 43.058 Euro Provision. Die Ex-Kundin war der Ansicht, sie habe mit ihr keinen Maklervertrag geschlossen und außerdem müsse sie schon deshalb nichts zahlen, weil sie das Haus nicht gekauft habe. Vom Landgericht und vom Oberlandesgericht bekam sie Recht. Erst der Bundesgerichtshof machte der Maklerin wieder Hoffnung auf ihre Provision und hob das Urteil der Vorinstanz auf (III ZR 20/03). Die Vorinstanz müsse prüfen, ob die Beteiligten einen Maklervertrag geschlossen hätten und dann die Sache entscheiden.

Jedenfalls dürfe man den Anspruch der Maklerin auf Provision nicht mit dem Argument zurückweisen, dass das Haus nicht von ihrer Kundin gekauft wurde. Zwischen der Kundin und den Käufern bestünden enge persönliche Beziehungen. Da ihre Verwandten den Kaufvertrag abschlossen, erreiche die Frau auf anderem Weg ihr Ziel: mit ihrer Familie in das Haus einzuziehen. Denn die Frau beabsichtige nach wie vor, mit ihrer Familie auf dem Grundstück zu leben - nun eben als Mieterin. Sie profitiere also von dem Kauf. Daher sei der Kaufvertrag so zu behandeln, als hätte sie ihn selbst abgeschlossen.