Maklerin war Jahre zuvor für den Kunden tätig

Ohne ausdrückliches Verlangen nach Provision kommt trotzdem kein Maklervertrag zustande

onlineurteile.de - Schon 2006 hatte die Maklerin Herrn S, der ein Haus suchte, zwei Objekte zum Kauf angeboten. Darunter auch das Dreifamilienhaus in W, das er 2009 tatsächlich kaufte. Damals hatte er es sich jedoch anders überlegt, es kam kein Geschäft zustande. Das Haus ging 2007 in das Eigentum einer Firma über, die es weiterverkaufen wollte. Von ihr erwarb es schließlich Herr S. Die Maklerin forderte von ihm Provision.

Maklerlohn stehe ihr nicht zu, urteilte das Oberlandesgericht Frankfurt (19 U 217/10). S habe die Maklerin zwar nach der neuen Eigentümerin und deren Telefonnummer gefragt. Dadurch komme aber kein Maklervertrag zustande, wenn sie den Kunden nicht ausdrücklich darauf hinweise, dass sie im Erfolgsfall für ihre Tätigkeit Provision fordere.

Die Maklerin könne sich auch nicht darauf berufen, dass sie S in Bezug auf andere Kaufobjekte darüber informiert habe. Makler müssten stets klarstellen, dass sie vom Käufer in Bezug auf das konkrete Immobilienobjekt Provision erwarteten. Andernfalls könne der Maklerkunde davon ausgehen, dass der Makler vom Anbieter der Immobilie vergütet werde.

Ein 2006 gegebenes Provisionsversprechen wirke nicht drei Jahre lang fort. Nicht einmal dann, wenn es um das gleiche Kaufobjekt gehe - wenn sich jedoch, wie hier, entscheidende Umstände verändert hätten.

2009 sollte nur das Dreifamilienhaus verkauft werden und nicht mehr (wie 2006) das dazugehörige Baugrundstück, zudem sei die Eigentümerin eine andere. Darüber hinaus habe S 2006 dem Geschäft eine eindeutige Absage erteilt. Das bedeute: 2009 hätte die Maklerin mit ihm einen neuen Maklervertrag schließen - also auch erneut auf die Provision hinweisen - müssen.