Maklerin war nicht vom Hauskäufer beauftragt ...

... sondern von dessen Wohngemeinschaftspartnerin: Provision?

onlineurteile.de - Ein Mann und eine Frau - A. und B. arbeiteten bei der Thüringer Polizei - teilten schon seit Jahren eine Wohnung. Dann wurde sie ihnen zu eng. Die Wohngemeinschaft ging auf die Suche nach einem kleinen Haus. Im polizeiinternen Intranet stießen die beiden auf ein Hausangebot in H., doch schien es ihnen zu klein, "zu mickrig". Ein paar Wochen später meldete sich Frau B. bei einer Maklerin. Mehrere Objekte wurden besichtigt und gefielen nicht. Dann schlug die Maklerin das Haus in H. vor, das sie für den Eigentümer an den Mann bringen sollte.

Nach der Besichtigung bekam A. die Adresse des Eigentümers. B. unterschrieb der Maklerin einen Objektnachweis, in dem sie sich verpflichtete, 5,8 Prozent Maklerprovision zu zahlen, wenn ein Kaufvertrag geschlossen werden sollte. Doch dazu kam es erst Monate später, als der Eigentümer den Preis von 175.000 Euro auf 150.000 Euro senkte. A. kaufte das Haus, B. zog mit ein und zahlte dafür Miete.

Von der Maklerprovision wollte sie allerdings nichts mehr wissen: Schließlich habe nicht sie das Haus gekauft, argumentierte B. Und "liiert" sei sie mit dem Käufer auch nicht. Trotzdem habe die Maklerin Anspruch auf Provision, entschied das Oberlandesgericht Jena (2 U 142/05). Zwar habe der Hauskäufer mit der Maklerin keinen Maklervertrag geschlossen und B., welche die Maklerin beauftragt habe, sei nicht Käuferin. Doch stehe sie dem Käufer nahe und profitiere auf Dauer vom Hauskauf.

Selbst wenn es sich nicht um eine Lebensgemeinschaft im engeren Sinne handle: Immerhin wohnten A. und B. seit Jahren zusammen, hätten gemeinsam ein Haus gesucht, Objekte besichtigt und die Finanzierungsmöglichkeiten geprüft. Die erfolgreiche Vermittlungstätigkeit der Maklerin komme also nicht nur dem Käufer, sondern auch B. zugute: Ihr Wohnproblem sei gelöst, sie habe nun ein günstiges Mietverhältnis. Deshalb sei hier, wie vereinbart, Provision fällig.