Mandant verklagt Steuerberater ...

... weil er ihn unzureichend über die 1-Prozent-Steuer für das Firmenfahrzeug informierte

onlineurteile.de - Als der Steuerbescheid kam, ärgerte sich der Unternehmer. Denn das Finanzamt knöpfte ihm die so genannte 1-Prozent-Steuer ab (diese Steuer wird auf die vermutete Nutzung des Firmenwagens für private Zwecke erhoben, die das Finanzamt als geldwerten Vorteil einstuft). Der Unternehmer stellte seinen Steuerberater zur Rede und hielt ihm vor, ihn schlecht zu beraten. Doch der Steuerberater verwies auf ein Rundschreiben, das er Monate zuvor an alle Mandanten geschickt und in dem er die "private Kfz-Nutzung" erläutert hatte.

Das genügt nicht, fand der unzufriedene Mandant - und das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf gab ihm Recht (I-1 U 64/07). Allgemeine Ausführungen in einem Rundschreiben ersetzten keine speziellen Hinweise, so das OLG. Ein Steuerberater schulde dem Mandanten eine konkrete, auf seine besonderen Probleme bezogene Information. Er müsse grundsätzlich (auch ohne Nachfrage) auf jede Steuerbelastung hinweisen, die möglicherweise auf den Mandanten zukomme und durch geeignete Maßnahmen zu umgehen sei.

Das gelte natürlich auch für die Besteuerung von Firmenfahrzeugen. Steuerberater müssten ihren Mandanten empfehlen, für Firmenfahrzeuge ein Fahrtenbuch zu führen, um die 1-Prozent-Steuer zu vermeiden. Wenn es ein Steuerberater pflichtwidrig versäume, so einen Ratschlag zu geben, führe dies - durch den nachteiligen Steuerbescheid - zu einem finanziellen Verlust des Mandanten. Den müsse der Steuerberater ausgleichen.