Mandantin mit Anwalt im Clinch

Bekanntgabe einer Strafanzeige ist keine Ehrverletzung

onlineurteile.de - Mit der Gebührenabrechnung ihres Rechtsanwalts war die Mandantin ganz und gar nicht einverstanden. Die Streithähne gerieten so aneinander, dass sich die Mandantin schließlich dazu entschloss, gegen ihren Anwalt Strafanzeige zu erstatten. Das Verfahren wurde schnell wieder eingestellt, dennoch hatte die Angelegenheit ein Nachspiel. Denn die Mandantin hatte der Haftpflichtversicherung des Anwalts geschrieben, sie werde Strafanzeige stellen. Dies betrachtete der Anwalt als Ehrverletzung. Er forderte die Frau auf, derlei ehrenrührige Behauptungen zu unterlassen und verlangte Schadenersatz.

Das Amtsgericht Köln konnte allerdings keine Ehrverletzung erkennen und wies die Klage des Anwalts ab (113 C 206/05). Die Mandantin habe der Versicherung mitgeteilt, was sie vorhabe und diesen Plan danach in die Tat umgesetzt. Mit dieser Aussage sei keinerlei Werturteil verbunden. Über den Inhalt der Strafanzeige habe sie nichts geschrieben. Die Frau habe nur ihre Absicht formuliert, das Verhalten des Anwalts überprüfen zu lassen. Anders läge der Fall, wenn die Mandantin den Anwalt leichtfertig beschuldigt oder wissentlich Falsches über ihn behauptet hätte.