Mann vermisst

Wer zahlt für überflüssigen Rettungseinsatz?

onlineurteile.de - Ein Mann mit eingegipstem Arm unternahm mit einem Begleiter einen Ausflug an eine Talsperre. Im Restaurant vor Ort trank er ziemlich viel Alkohol, anschließend ging er spazieren. Nachdem ihn der Begleiter einige Zeit nicht mehr gesehen hatte, alarmierte er den Wasserrettungsdienst-Verein. Kaum hatten die Retter mit der Suche begonnen, sah man den Vermissten, wie er gerade die Talsperre heraufkletterte. Die Kosten des Rettungseinsatzes (Personal und Material) wollte sich der Verein von ihm vergüten lassen.

Das Amtsgericht Hagen wies die Klage ab (140 C 429/04). Der Rettungseinsatz habe dem vermuteten, nicht aber dem wirklichen Willen des "Vermissten" entsprochen. Denn tatsächlich habe sich der Spaziergänger nicht in einer Notlage befunden, auch wenn der vage Verdacht auf einen Unfall bestand. Der Irrtum des Begleiters sei verständlich, führe aber nicht zu dem Resultat, dass der vermeintlich Verunglückte den Rettungseinsatz bezahlen müsse.