Mann will seiner Ex-Frau keinen Unterhalt mehr zahlen ...

... weil sie ihm beim Umgang mit dem Sohn "Steine in den Weg legt"

onlineurteile.de - Ein geschiedener Mann zog vor Gericht, um seiner Verflossenen den nachehelichen Unterhalt aberkennen zu lassen. Begründung: Sie beeinflusse seit Jahren den (1993 geborenen) Sohn in negativer Weise. Der Junge lehne jeden Kontakt zu ihm ab und reagiere aggressiv, wenn er vom Vater auch nur angesprochen werde. Seine Ex-Frau habe sich nie an die vereinbarten Umgangsregeln gehalten; daran seien auch Vermittlungsversuche des Jugendamts und der Erziehungsberatungsstelle gescheitert.

Schwierigkeiten bei der Ausübung des Umgangsrechts reichten nicht aus, um den Ehegattenunterhalt zu streichen, urteilte der Bundesgerichtshof und wies die Klage des frustrierten Vaters ab (XII ZR 158/04). Schon möglich, dass seine Ex-Frau den Kontakt nicht gerade begünstige, so die Richter. Der Verweis des Vaters auf einen Loyalitätskonflikt des Jungen sei aber zu pauschal und belege nicht, dass seiner Ex-Frau schwerwiegendes Fehlverhalten vorzuwerfen wäre.

Wie sich der (angeblich ständig vereitelte) Kontakt abgespielt habe, hätte der Vater genauer erläutern müssen; ebenso, welche Bemühungen er unternommen habe, um die ablehnende Haltung des Sohnes zu verändern (Briefe oder eventuell kleine Geschenke, um Zuneigung zu signalisieren). Auf Basis der derzeitigen Informationen scheine es gut möglich, dass der Vater mit seinem Verhalten genauso zum Loyalitätskonflikt des Jugendlichen beitrage.