Marder beißt Kabel durch

In welchem Umfang muss die Teilkasko für den Schaden aufkommen?

onlineurteile.de - Ein Marder machte sich über ein Auto her. Am Ende waren drei Kabel zerbissen. Diese waren untrennbar mit Lambdasonden und Positionsgebern verbunden. Der Kfz-Mechaniker musste daher auch diese Bauteile und nicht nur die Kabel austauschen. 702 Euro kostete die Reparatur.

Die Kaskoversicherung weigerte sich, dem Autobesitzer die Kosten zu ersetzen und pochte auf die Versicherungsbedingungen: Schäden durch Marderbiss an Kabeln, Schläuchen und Leitungen seien versichert, nicht aber Folgeschäden. Damit kam das Unternehmen jedoch beim Amtsgericht Zittau nicht durch (5 C 545/05).

Kabel und Sonden bzw. Geber seien als Einheit anzusehen, so der Amtsrichter. Sie bildeten ein Bauteil und könnten nicht getrennt ausgewechselt oder repariert werden. Dies sei also ein Schaden durch Marderbiss und kein indirekter Schaden oder Folgeschaden. (Ein Folgeschaden liege zum Beispiel vor, wenn ein Temperaturfühler angenagt werde und nicht mehr funktioniere - und dadurch anschließend der Motor überhitze.)