Marke Knut gehört dem Zoo

Allein der Berliner Zoo darf den verblichenen Eisbären als Werbeikone vermarkten

onlineurteile.de - Der Medienhype um das knuddelige Eisbärenbaby, geboren Ende 2006 in Berlin, war im Frühjahr 2007 gewaltig. So einen Massenansturm hatte der Berliner Zoo noch nie erlebt. Per Internet konnte man auf allen Kontinenten beobachten, wie der Tierpfleger Dörflein dem von der Mutter verstoßenen Baby die Flasche gab und mit ihm spielte.

Der Zoo nutzte die Popularität des kleinen Eisbären und ließ sofort den Namen "Knud" als Marke schützen: Unter diesem Namen verkauft der Zoo nach wie vor Bücher, Spiele, Spielzeug und Puppen. Auch ein britisches Unternehmen — Knut IP Management — witterte das große Geschäft und wollte 2007 beim Markenamt der EU das Wortzeichen "Knut — Der Eisbär" als Marke eintragen lassen (für Papierwaren, Kleidung, Schuhe, Sportartikel, Spielzeug).

Sofort legte der Zoo Einspruch ein und pochte auf seine älteren Rechte: Die beiden Marken seien so ähnlich, dass sie zumindest im deutschsprachigen Raum verwechselt würden. Das EU-Markenamt teilte die Einschätzung und wies den Antrag des britischen Unternehmens zurück.

Die Klage des Unternehmens gegen diese Entscheidung hatte beim Gericht der Europäischen Union keinen Erfolg (T-250/10). Knut und Knud — das sei so ähnlich, dass die Verbraucher die unterschiedliche Schreibweise wohl eher übersehen, vermutete das Gericht. Jedenfalls werde sich das Publikum vor allem an den Namen erinnern, der am Anfang der Marke stehe.

Obendrein beabsichtige das britische Unternehmen, mit der Marke "Knut — Der Eisbär" beinahe die gleichen Produkte zu verkaufen wie der Zoo mit seiner älteren Marke "Knud". Daher wäre die Verwechslungsgefahr zu groß. Das EU-Markenamt habe es zu Recht abgelehnt, "Knut — Der Eisbär" als Marke zu registrieren.