Maserati nach Unfall abgemeldet

Dann kommt Schadensregulierung auf Basis fiktiver Reparaturkosten nicht in Frage

onlineurteile.de - Der Geschäftsführer des Autohauses L leistete sich einen Maserati, der auf die Firma zugelassen war. Zu seinem Pech wurde das Luxusauto bei einem Zusammenstoß, der allein auf das Konto des Unfallgegners ging, schwer beschädigt. Firma L beauftragte einen Kfz-Sachverständigen. Er schätzte die Reparaturkosten auf 37.480 Euro, den Wiederbeschaffungswert des Wagens auf 45.500 Euro und den Restwert auf 18.000 Euro.

Nach dem Unfall hatte Firma L den nicht mehr fahrtauglichen Maserati in eine Fach-Werkstatt abschleppen lassen. Dort stand er mehrere Monate und wurde notdürftig repariert. In dieser Zeit versuchte der Geschäftsführer, sein "Liebhaber-Stück" zu verkaufen - doch der Kaufinteressent brachte das nötige Geld nicht auf. Schließlich meldete Firma L den Sportwagen ab.

Ihr Antrag, den Schaden auf Basis der geschätzten, fiktiven Reparaturkosten abzurechnen, wurde vom Haftpflichtversicherer des Unfallgegners abgewiesen. Er zahlte nur den Wiederbeschaffungsaufwand (= Wiederbeschaffungswert minus Restwert). Auch die Zahlungsklage von Firma L gegen den Versicherer scheiterte beim Oberlandesgericht (OLG) Rostock (5 U 275/08).

Begründung: Ein Unfallgeschädigter kann die vom Sachverständigen geschätzten Reparaturkosten - bis zur Höhe des Wiederbeschaffungswerts ohne Abzug des Restwertes - nur verlangen, wenn er das Fahrzeug tatsächlich reparieren lässt und mindestens sechs Monate weiter benutzt. Das treffe hier nicht zu, stellte das OLG fest: Noch bevor die Not-Reparatur in Werkstatt X beendet gewesen sei, habe Firma L den Maserati abgemeldet.

Nach dem gescheiterten Verkauf habe sie den Unfallwagen nicht wieder angemeldet, also nach der Reparatur überhaupt nicht mehr benutzt. Allein der Umstand, dass Firma L weiterhin Eigentümerin des abgemeldeten Wagens blieb, sei keine "Weiternutzung", die eine Schadensregulierung auf Basis fiktiver Reparaturkosten rechtfertige. Sie habe ihn nur behalten, weil der Verkauf misslungen sei. Das sei nicht als Nutzung einzustufen. Daher könne Firma L vom Haftpflichtversicherer nur Schadenersatz in Höhe des Wiederbeschaffungsaufwands (plus Gutachterkosten) verlangen.