Mehr Kindesunterhalt für Profi-Nachhilfe?

Vater will lieber selbst mit dem Sohn Englisch pauken

onlineurteile.de - Die zwei Söhne eines getrennt lebenden Paares lebten bei der Mutter. Der Jüngere "schwächelte" in Englisch; das Pauken in einem Nachhilfezentrum kostete 132 Euro monatlich. Der Vater lehnte es ab, den Unterricht zu finanzieren. Er meinte, seine neue Lebensgefährtin oder er selbst könnten die Nachhilfe ebenso gut und kostenlos erledigen. Aber er sei ja nicht gefragt worden ...

Das Oberlandesgericht Düsseldorf verurteilte den Mann dazu, sich an den Kosten zu beteiligen (II-3 UF 21/05): Erfahrungsgemäß sei professionelle Nachhilfe effektiver als familiäre Hilfe. Trotz des gemeinsamen Sorgerechts für die Kinder gehe es auch in Ordnung, dass die Mutter den Jungen ohne Zustimmung des Vaters beim Nachhilfezentrum angemeldet habe. Über Angelegenheiten des täglichen Lebens könne sie allein entscheiden.

Allerdings handle es sich bei Nachhilfe nicht, wie die Mutter annehme, um hohen Sonderbedarf, sondern um regelmäßigen Mehrbedarf. Für dessen Kosten müsse der Unterhaltspflichtige nur aufkommen, wenn die Summe vom regelmäßig gezahlten Unterhalt nicht aufzubringen sei. Im konkreten Fall hatten die Eltern einen Kindesunterhalt vereinbart, der um 42 Prozent über dem Regelbetrag lag. Deshalb musste die Mutter davon etwas für die Nachhilfe abzweigen und sich mit dem Vater die Kosten teilen.