Mercedes geklaut?

Transponderchip im Autoschlüssel ausgetauscht - das spricht für vorgetäuschten Diebstahl

onlineurteile.de - Der Mann fuhr mit seinem ziemlich neuen Mercedes-Benz nach Zagreb. Zurück kam er ohne die Edel-Limousine. In Zagreb gestohlen, erklärte er bei Polizei und Versicherung. Der Versicherer checkte erst mal die zum Wagen gehörenden Funk-Sender-Schlüssel. Keiner fehlte; doch bei einem war der integrierte Transponderchipausgetauscht worden. Das fand der Versicherer äußerst verdächtig, denn der Chip gehörte zu einem anderen gestohlenen Mercedes. Der Diebstahl sei also nur vorgetäuscht, vermutete das Unternehmen, und zahlte nicht.

Zu Recht, entschied das Oberlandesgericht Stuttgart (7 U 139/06). Für einen Dieb sei es am einfachsten, die elektronische Wegfahrsperre mit einem Originalschlüssel zu überwinden. Der enthalte den passenden Chip. Warum sollte aber ein Dieb, wenn er schon so einen Schlüssel in den Händen halte, sich die Mühe machen und den Transponder-Chip auswechseln, um den Schlüssel dann dem Wageninhaber unbemerkt wieder zuzuspielen? So ein kompliziertes und unsinniges Vorgehen sei für Diebe relativ untypisch. Daher müsse man davon ausgehen, dass das "Verbrechen" nur inszeniert war.