Mercedes geraubt

Für das Reisegepäck eines Begleiters muss die Hausratversicherung nicht zahlen

onlineurteile.de - Drei Jagdfreunde fuhren in einem Mercedes G 400 zur Jagd nach Polen. In der Nähe von Danzig fuhren sie zu einem Supermarkt, um Lebensmittel für die Selbstversorgung in der Jagdhütte einzukaufen. P., der Eigentümer des Wagens, blieb neben seinem Mercedes stehen, der Schlüssel steckte. Plötzlich sprangen unbekannte Täter in den Wagen und fuhren davon. P. wurde mitgeschleift, blieb schließlich verletzt und bewusstlos liegen. Er wurde später in einer Klinik behandelt. Seine Freunde A. und H. liefen sofort aus dem Laden. Als die Täter mit dem Fahrzeug wendeten und auf die beiden zurasten, mussten sie zur Seite springen, um nicht überfahren zu werden.

A. verlangte von seiner Hausratversicherung Ersatz für gestohlene Gegenstände im Wert von 5.877 Euro. Diese verwies jedoch auf ihre Versicherungsbedingungen. Räuberischer Diebstahl sei nicht versichert. Dieser Ansicht war auch das Oberlandesgericht (OLG) Hamm, deshalb scheiterte die Klage des Versicherungsnehmers gegen den Versicherer (20 U 177/05). P. sei beraubt worden, so das OLG: Denn die Täter hätten Gewalt gegen seine Person eingesetzt, um ihm den Wagen wegzunehmen.

Doch in Bezug auf das Reisegepäck der Jagdfreunde handle es sich um räuberischen Diebstahl und der sei vom Versicherungsschutz der Hausratversicherung nicht erfasst. Räuberischer Diebstahl liege vor, wenn Täter nach einem Raub oder Diebstahl bereits im Besitz fremder Sachen sind und Gewalt ausüben, um ihre Beute zu sichern. Und so sei es hier geschehen: Die Täter hatten A. das Reisegepäck schon mit dem Wagen weggenommen, als sie rasant auf ihn zufuhren und so sein Leben bedrohten, um mit heiler Haut und der Beute davonzukommen.