Messfehler von Versorgungsunternehmen

Nicht in allen Fällen gilt die Frist von zwei Jahren für Rückzahlungen!

onlineurteile.de - 1999 kaufte eine Frau eine Doppelhaushälfte. Von der Verkäuferin wurde sie darüber informiert, dass schon seit 1977 die Wasserzähler des örtlichen Versorgungsunternehmens falsch installiert waren. Erst kürzlich habe sie den Grund für ihre hohen Wasserrechnungen entdeckt: Die Wasserzähler der zwei Haushälften seien so hintereinander geschaltet, dass die vom Nachbarn verbrauchte Wassermenge auch bei ihr zu Buche schlage. Sie habe also jahrelang zu viel für Wasser gezahlt und mittlerweile das Unternehmen aufgefordert, den Fehler zu beheben und Geld zu erstatten.

Die Angelegenheit zog sich allerdings noch lange hin. 2003 schrieb der Wasserversorger der neuen Hauseigentümerin als Ausgleich für weiterhin zu hohe Rechnungen 597 Euro gut. Ansonsten pochte er aber auf die Wasserverordnung: Wenn aufgrund von Messfehlern zu viel berechnet werde, sei der Anspruch der Kunden auf Rückzahlung auf zwei Jahre beschränkt. Dem widersprach das Amtsgericht Buxtehude (31 C 36/04).

Hier handle es sich nicht um einen Fehler bei der Ermittlung des Rechnungsbetrags oder um fehlerhaft funktionierende Messeinrichtungen. Die Zähler funktionierten. Allerdings seien sie von Anfang an falsch installiert und so geschaltet worden, dass der Wasserverbrauch einer Partei doppelt berechnet wurde. Dieses Versehen liege eindeutig im Verantwortungsbereich des Versorgungsunternehmens. Der Versorger könne sich hier nicht auf die Zweijahresfrist berufen, sie würde die Kunden unangemessen benachteiligen. Denn solche Fehler würden häufig erst nach Jahren entdeckt, wie auch in diesem Fall. Der Wasserversorger wurde dazu verurteilt, der Kundin 4.324 Euro zurückzuzahlen.