Metallbauer soll Fensterbankprofile nachbessern

Der Auftraggeber setzte ihm dafür eine Frist, ohne deren Ende abzuwarten

onlineurteile.de - Beim Bau eines großen Bürohauses mit Glasfassade setzte Bauunternehmer B mehrere Handwerker als Subunternehmer ein. Metallbauer A sollte die Fensterbänke für die Fassade herstellen (Alu-Fensterbankabdeckungen). Firma K sollte anschließend die Glasfassade installieren. Die Fensterbankprofile des Handwerkers A passten zunächst nicht zur Fassade. Der Bauleiter des Bauunternehmens setzte ihm eine Frist, den Fehler auszubügeln. A arbeitete einige Profile nach und stellte weitere neu her.

Die Frist war noch gar nicht abgelaufen, da beauftragte B bereits den Fassadenbauer, die Glasfassade wieder zu demontieren, um die Fensterbankprofile austauschen zu können. B kündigte schließlich den Bauvertrag mit Handwerker A und weigerte sich, den restlichen Werklohn zu zahlen: Den werde er mit den Kosten der Mängelbeseitigung verrechnen, die Metallbauer A nicht durchgeführt habe. Schließlich habe er den Fassadenbauer K dafür bezahlen müssen.

Handwerker A klagte den Werklohn ein und setzte sich beim Oberlandesgericht Naumburg durch (1 U 51/11). A sei verpflichtet gewesen, die Folgen seiner fehlerhaften Arbeit zu beseitigen: Dazu hätte es auch gehört, die Fassade zu demontieren, was als Vorarbeit für den Austausch der Fensterbankprofile notwendig gewesen sei. Die Pflicht zur Nacherfüllung bei Pfusch am Bau gelte auch für Arbeiten, die in andere Gewerke eingreifen.

Diese Möglichkeit habe Bauunternehmer B dem Metallbauer genommen, indem er die Firma K mit der Demontage beauftragte. Zu diesem Zeitpunkt war die Frist für A noch nicht abgelaufen. B hätte sich an die von ihm selbst gesetzte Frist halten müssen. Wenn der Auftraggeber das Recht des Auftragnehmers auf Nachbesserung seiner Arbeiten vereitle, indem er den Auftrag voreilig anderweitig vergebe, könne er vom Auftragnehmer keinen Schadenersatz für die Kosten der Mängelbeseitigung fordern.