Miete unpünktlich gezahlt

Eine vier Mal um einige Tage verspätete Überweisung der Miete rechtfertigt keine Kündigung

onlineurteile.de - Die Miete für Dezember 2016 hatte die Mieterin am 7.12., die Miete für Januar 2017 am 13.1. überwiesen. Daraufhin wurde sie von der Vermieterin abgemahnt. Die Mieten für Februar überwies die Mieterin trotzdem erst am 9.2. und die für März am 6.3. Daraufhin kündigte die Vermieterin wegen Zahlungsverzugs das Mietverhältnis fristlos.

Dagegen wehrte sich die Mieterin: Zu Recht, wie das Kammergericht in Berlin entschied (8 U 132/18). Die Nachlässigkeit der Mieterin habe nicht so ein Gewicht, dass sie eine fristlose Kündigung rechtfertigen würde, erklärte das Kammergericht. Eine erhebliche Pflichtverletzung liege nur vor, wenn ein Mieter über einen längeren Zeitraum schleppend zahle, also etwa ein Jahr lang.

Vier Mal um wenige Tage verspätete Zahlungen begründeten kein berechtigtes Interesse des Vermieters daran, das Mietverhältnis zu beenden. Zwei unpünktliche Zahlungen nach einer — sehr früh ausgesprochenen! — Abmahnung, der wiederum keine erheblich verzögerten Zahlungen vorausgingen, stellten allenfalls eine unerhebliche Pflichtverletzung dar.