Mieter lüftet zu wenig

Trotzdem muss der Vermieter Schimmelbefall beseitigen, wenn die Bausubstanz die Hauptursache ist

onlineurteile.de - Der Berliner wohnte schon ein paar Jahre in der gemieteten Altbauwohnung, als der Schimmel auftrat: In Küche und Bad war der Befall massiv. Der Vermieter müsse die Feuchtigkeitsschäden beheben, forderte der Mieter.

Nun wurde über die Ursache gestritten. Liegt es an der Bausubstanz, muss der Vermieter — so ist es gesetzlich geregelt — den Mangel auf seine Kosten beheben. Um das zu vermeiden, behauptete der Hauseigentümer, die Feuchtigkeitsschäden seien nur entstanden, weil der Mieter zu selten lüfte und viel zu wenig heize.

Gestützt auf das Gutachten eines Bausachverständigen gab das Amtsgericht Wedding dem Mieter Recht (15a C 58/10). Zwar räumte der Fachmann ausdrücklich ein, die Raumfeuchtigkeit sei vor allem in der Küche sehr hoch. Häufigeres Lüften und intensiveres Heizen hätten tatsächlich die Lage verbessert.

Letztlich sei aber der Schimmelbefall von der Baukonstruktion her für den Mieter unvermeidbar. Selbst wenn er mehr heizen und drei Mal täglich Stoßlüften würde, wären Feuchtigkeitsschäden nicht auszuschließen.

Daraus schloss das Amtsgericht, die Mietsache sei mangelhaft und für den vertragsgemäßen Gebrauch ungeeignet: Wenn die Konstruktionsart des Gebäudes den Schimmel (zumindest mit-) verursacht, kann der Mieter verlangen, dass der Hauseigentümer den Mangel beseitigen lässt.