Mieter nutzt den Garten als Toilette

Vermieter kündigt ihm fristlos wegen nachhaltiger Störung des Hausfriedens

onlineurteile.de - Mieter H wohnte mit seiner Familie seit drei Jahren in dem Kölner Mehrfamilienhaus. Dann häuften sich die Klagen der Mitbewohner über ihn. Mehrmals beschwerten sich die Nachbarn beim Vermieter darüber, dass er den Garten vor seiner Wohnung im Erdgeschoss als Toilette benutzte. Das stinke so zum Himmel, dass sie nicht mehr auf dem Balkon sitzen könnten.

Weil eine Abmahnung nichts half, kündigte der Vermieter den Mietvertrag des Übeltäters fristlos und klagte auf Räumung. Zu Recht, wie das Amtsgericht Köln entschied (210 C 398/09). Die Kündigung habe das Mietverhältnis wirksam beendet, denn der Mieter habe seine Pflichten aus dem Mietvertrag grob verletzt und den Hausfrieden nachhaltig gestört. Vor und nach der Abmahnung habe H im Garten uriniert, entweder in einen Eimer oder auf den Rasen und die Bäume.

Der Mieter der Wohnung im ersten Stock habe dies häufig beobachtet und vermutet, H mache daraus Dünger. Denn H habe zusätzlich Obstreste in den Eimer geschüttet und alles vermischt. Auf seinen Balkon könne er kaum noch gehen, habe der Nachbar ausgesagt, da der Gestank so unangenehm sei. Man könne den Fäkalgeruch auch deutlich wahrnehmen, wenn man am Garten vorbei ins Haus gehe.

Diese Aussage sei von einem Zeugen aus dem 7. Stock bestätigt worden. Er habe H schon direkt darauf angesprochen, dass er sich im Garten mit heruntergezogener Hose auf einen Eimer gesetzt habe. Das habe der Mann keineswegs bestritten, sondern nur gesagt, "das sei Kompost". Der Zeuge habe darüber die Hausverwaltung informiert, weil der Gestank manchmal sogar bis zur 7. Etage hinaufzog. Diese permanente Belästigung der Mitbewohner rechtfertige eine Kündigung, H müsse ausziehen.