Mieter ohne Vertrag mit Wasserversorger

Wasserkosten kann er auf diese Weise nicht auf die Vermieterin abwälzen

onlineurteile.de - Früher waren die Wasserkosten nach Wohnungsgröße auf die Mieter umgelegt worden. 2003 ließ die Vermieterin in alle Mietwohnungen des Mietshauses Einzelwasseruhren einbauen. Zugleich forderte ihre Hausverwaltung alle Mieter auf, einen Vertrag mit den Stadtwerken als Wasserversorger abzuschließen und mit dem Lieferanten direkt abzurechnen.

Ein Mieter folgte dieser Aufforderung nicht. Deshalb stellten die Stadtwerke seinen Wasserverbrauch weiterhin der Vermieterin in Rechnung. Bei der Nebenkostenabrechnung für 2004 übersandte sie dem renitenten Mieter die Rechnung des Wasserversorgers (versehen mit seiner Zählernummer). Der Mieter weigerte sich zu zahlen und wurde verklagt.

Ohne Vertrag keine Zahlungspflicht des Mieters, entschieden die Vorinstanzen - doch das Bundesgerichtshof hob die Urteile auf und gab der Vermieterin Recht (VIII ZR 75/07). Nach der Modernisierung habe die Vermieterin das frühere Umlageverfahren geändert, das sei den Mietern ausreichend deutlich gemacht worden. Laut Mietvertrag habe der Mieter die Kosten für Wasser (neben Heizung, Müllabfuhr etc.) zu tragen.

Dass der Mieter keinen Vertrag mit den Stadtwerken geschlossen habe und die Rechnungen daher an die Vermieterin gerichtet wurden, spiele keine Rolle. Der Umstand, dass er sich nicht zu einem Vertragsschluss mit dem Wasserversorger durchringen konnte, befreie den Mieter nicht von seiner Pflicht, die Kosten seines Wasserverbrauchs zu tragen.