Mieter verlegt Fliesen ...

… und entfernt sie nach dem Auszug: Schadenersatz für den Vermieter?

onlineurteile.de - Als der Mann die Wohnung 2006 besichtigte, missfiel ihm der PVC-Belag in der Küche. Er unterschrieb den Mietvertrag und tauschte mit Zustimmung des Vermieters den PVC-Belag (am Boden und an der Wand zwischen Ober- und Unterschränken) gegen Fliesen aus. Fünf Jahre später zog er um.

Nun entbrannte ein Streit um die Fliesen. Der Mieter behauptete, der Vermieter sei damit einverstanden gewesen, den Fliesenbelag bei seinem Auszug zu übernehmen und die Kosten zu erstatten. Das bestritt der Vermieter und zahlte nichts. Kurz nach dem Umzug entfernte der Mieter die Fliesen — und wurde vom Vermieter auf Schadenersatz für den Boden- und Wandbelag verklagt.

Mieter dürften "Einrichtungen" wegnehmen, mit der sie die Mietsache selbst ausgestattet haben, so das Amtsgericht Homburg (23 C 58/12). Genau genommen seien sie zur Mitnahme sogar verpflichtet, wenn sie die Wohnung räumten: Bauliche Maßnahmen seien rückgängig zu machen. Im konkreten Fall hätte der Vermieter allerdings nicht darauf bestehen können, denn der Mieter habe den Fliesenbelag im Einvernehmen mit ihm angebracht.

Aus dem gleichen Grund schulde er dem Vermieter auch keinen Schadenersatz dafür, dass er diese "Einrichtung" entfernt habe. Da sich die Parteien in Sachen Finanzen nicht einigen konnten, sei das nicht zu beanstanden. Der Mieter habe den Belag auf seine Kosten verlegen lassen und dürfe ihn deshalb auch wieder entfernen. (Der Vermieter hat gegen das Urteil Berufung eingelegt.)