Mieterin verzweifelt an dickem Aktenordner

"Einsichtnahme in die Unterlagen" zur Betriebskostenabrechnung verweigert?

onlineurteile.de - Die Mieterin einer Eigentumswohnung war nach dem Mietvertrag verpflichtet, Vorauszahlungen auf die Betriebs- und Heizkosten zu leisten. Im Februar 2006 erschien sie in den Geschäftsräumen der Verwalterin der Wohnungseigentümergemeinschaft, um die Belege für die Betriebskostenabrechnung durchzusehen. Man reichte ihr einen dicken Aktenordner mit Abrechnungen, in dem die Frau verzweifelt blätterte, ohne Durchblick zu gewinnen.

Kein Durchblick, kein Geld, dachte sich die Mieterin. Sie verlangte ihre Betriebskostenvorauszahlungen zurück mit der Begründung, ihr sei quasi die Kontrolle der Abrechnungsunterlagen verweigert worden. Denn niemand habe ihr die Abrechnungen erklären können.

Die Tatsache, dass sie sich möglicherweise in dem Aktenordner nicht zurechtgefunden habe, führe nicht zu der Schlussfolgerung, dass sie die Belege nicht einsehen durfte, erklärte das Landgericht Berlin (67 S 225/06). Sie hätte sich ohne weiteres bei der Prüfung der Abrechnung fachkundiger Hilfe bedienen können. Auf Erstattung der Vorauszahlungen habe die Mieterin keinen Anspruch.