Mietshaus umfassend modernisiert

Nach dem Frankfurter Mietspiegel ist es dann in die Baualtersklasse zum Zeitpunkt der Sanierung einzuordnen

onlineurteile.de - Ein Frankfurter Mieter sollte für sein Apartment von 30 Quadratmetern (qm) mehr Miete zahlen: 12,29 Euro pro qm. Dagegen legte er Widerspruch ein. Die ortsübliche Miete für diese Wohnungsgröße und Ausstattung liege darunter, argumentierte der Mieter. Auf eine Grundmiete von 12,29 Euro pro qm komme die Vermieterin nur, weil sie eine falsche Baualtersklasse zugrunde lege. Das Mietshaus sei zwischen 1958 und 1968 gebaut worden. Nur weil es zwischen 1996 und 1998 instand gesetzt wurde, sei das Gebäude nicht gleich der Baualtersklasse 1985 bis 2001 zuzuordnen.

Dem widersprach das Landgericht Frankfurt (2-11 S 37/12). Das Mietshaus sei nicht bloß instand gesetzt, sondern umfassend modernisiert worden: Es wurden Fassade und Dach erneuert und gedämmt, die Elektroinstallation ausgetauscht und neue Steigleitungen verlegt, Zentralheizung und Warmwasseraufbereitungsanlage modernisiert sowie ein neuer Brennwertkessel installiert, neue Fenster und Türen eingebaut, neue Bodenbeläge verlegt, alle Bäder renoviert und mit neuen Armaturen, Wannen, Fliesen versehen, die Wohnungen mit Einbauküchen ausgestattet sowie Klingelanlage und Haustüre ausgetauscht.

Der Zustand der Wohnungen sei mit dem vorherigen Zustand überhaupt nicht mehr zu vergleichen, sie hätten teilweise sogar neue Grundrisse. Wenn aber ein Haus vollständig saniert und modernisiert wurde — quasi neu errichtet wie ein Rohbau —, sei es laut dem Frankfurter Mietspiegel in die Baualtersklasse der Jahre einzuordnen, in denen die Baumaßnahmen erfolgten. Die Mieterhöhung sei demnach gerechtfertigt: Die Vermieterin könne vom Mieter verlangen, der höheren Grundmiete zuzustimmen.

PS.: Auch einige andere kommunale Mietspiegel enthalten eine vergleichbare Regelung zur Baualtersklasse.