Mietspiegel mit Nettomieten

Umrechnung ist erforderlich, wenn die Bruttomiete erhöht werden soll

onlineurteile.de - Ein Vermieter wollte die Miete erhöhen: Die vereinbarte Bruttokaltmiete sollte auf den Level der ortsüblichen Vergleichsmiete angehoben werden. Dabei stützte sich der Vermieter allerdings auf einen Mietspiegel, der lediglich Nettokaltmieten aufführte. Damit war der Mieter nicht einverstanden, es kam zum Rechtsstreit.

Um unterschiedliche Mietstrukturen - Bruttomiete einerseits, Nettomiete andererseits - vergleichbar zu machen, müssen diese umgerechnet werden, erklärte der Bundesgerichtshof (VIII ZR 41/05). Man könne entweder einen Zuschlag in Höhe der auf die Wohnung entfallenden Betriebskosten zur Nettokaltmiete hinzurechnen, die vom Mietspiegel als ortsüblich bezeichnet werde. Umgekehrt könne man auch den Anteil der Betriebskosten aus der vereinbarten Bruttomiete herausrechnen, um den Nettomietanteil und Mietspiegelwert zu konfrontieren. Dazu müssten die Betriebskosten der Wohnung ermittelt werden; ausschlaggebend sei deren Höhe zum Zeitpunkt des Mieterhöhungsverlangens. Davon hänge der Anspruch des Vermieters auf Mieterhöhung ab.