Mietwagen nach einem Autounfall ...

... steht dem Geschädigten nur zu, wenn er ihn wirklich benötigt

onlineurteile.de - Auf einer Kreuzung krachte es, an beiden Autos war Totalschaden zu beklagen. An der Schuld von Autofahrer A gab es keine Zweifel. Dennoch kam es zum Rechtsstreit zwischen seiner Kfz-Versicherung und der geschädigten Autofahrerin B. Denn Frau B. ließ trotz Totalschadens ihr Auto reparieren, was sich zwei Wochen lang hinzog. Während dieser Zeit mietete sie für 1.618 Euro einen Ersatzwagen und der Versicherer weigerte sich, diese Summe zu erstatten.

Zu Recht, wie das Amtsgericht Berlin-Mitte entschied (106 C 3343/02). Frau B. sei mit dem Mietwagen gerade mal 287 Kilometer gefahren, d.h. durchschnittlich ca. 19 km am Tag. Diese kurzen Strecken hätte sie auch im Taxi zurücklegen können, das sei entschieden billiger. Unfallgeschädigte seien verpflichtet, den Schaden für die Versicherung des Unfallverursachers so gering wie möglich zu halten. In einer Großstadt wie Berlin sei es zumutbar, auf das Taxi zurückzugreifen. Denn bei der hier vorhandenen Dichte an Taxis bedeute das weder besonderen Aufwand, noch lange Wartezeiten.