Milchkuh ausgebüxt

Kuh kollidiert mit Auto - Landwirt haftet für den Schaden

onlineurteile.de - Wie sie es genau geschafft hatte, blieb auch im Prozess ungeklärt. Fest stand nur, dass die Milchkuh aus dem Weidegelände ausgebüxt war und auf einer nahegelegenen Straße spazieren ging. Das bekam weder ihr, noch dem Wagen gut, der mit ihr zusammenstieß. Immerhin war am Auto ein Schaden von rund 10.900 Euro zu beklagen. Für die Reparaturkosten forderte der Autofahrer Schadenersatz vom Landwirt. Der sah überhaupt nicht ein, warum er für den Unfall verantwortlich gemacht wurde: Die Weide sei doch mit einem Stacheldraht eingezäunt.

Dieser Hinweis genügte dem Oberlandesgericht Hamm allerdings nicht (9 W 45/05). Immerhin sei die Kuh ja ausgebrochen, also müsse logischerweise eine Ausbruchsmöglichkeit bestanden haben. Der Landwirt habe nicht dargelegt, welche Sicherungsmaßnahmen er getroffen habe, wie regelmäßig er zum Beispiel den Weidezaun kontrollierte. Denkbar sei es auch, dass die Kuh auf dem Weg vom abendlichen Melken im Stall zurück auf die Wiese ausgebrochen sei. Dass das Tier sorgfältig beaufsichtigt wurde, habe der Landwirt jedenfalls nicht belegt. Deshalb müsse er als Tierhalter für die Hälfte des Schadens einstehen.