Missglückte Rohrreinigung

Mieter haften für Wasserschaden nach unsachgemäßem Einsatz einer Handpumpe

onlineurteile.de - Wieder einmal war der Abfluss der Badewanne verstopft. Um das Rohr zu reinigen, setzte der Mieter zum ersten Mal seine neue "Wunderwaffe" ein: eine ca. 40 Zentimeter große Druckluftpumpe. Doch die Aktion ging nach hinten los: Durch den mit der Handpumpe erzeugten Druck löste sich das Abflussrohr vom Syphon, aus der Badewanne floss das Wasser durch die Decke in die darunter liegende Wohnung.

Für den Wasserschaden verlangte die Vermieterin Schadenersatz vom Mieter. Zu Recht, entschied das Amtsgericht Gießen (48 MC 141/07). Wer so ein Gerät verwende, müsse sich zuvor mit dessen Funktionsweise vertraut machen, so der Amtsrichter. Für die Folgen des unsachgemäßen Gebrauchs hafte der Mieter.

Laut Beschreibung könne man mit der Pumpe Luft absaugen, um eine Verstopfung zu lösen. Dass man mit einer derartigen Pumpe aber auch, wenn man Luft in den Abfluss pumpe, starken Druck erzeuge, liege auf der Hand. Befinde sich die Verstopfung nahe am Abfluss, sei schnell Überdruck erreicht - und der entlade sich naturgemäß an der schwächsten Stelle.

Abgesehen davon, dass das Abflussrohr nicht mehr im Syphon steckte, habe der Installateur am Abfluss keine Schäden festgestellt. Es gebe auch keine Anhaltspunkte dafür, dass der vor zehn Jahren installierte Abfluss nicht richtig montiert war. Obwohl der Mieter schon mehrfach eine Verstopfung beseitigt habe, habe sich noch nie das Abflussrohr aus dem Syphon gelöst. Nur der Überdruck aus der Handpumpe könne also den Wasserschaden verursacht haben.