Missverständnis bei der Reisebuchung

Gibt der Kunde Daten telefonisch durch, muss er die Reiseunterlagen sorgfältig prüfen

onlineurteile.de - Im Juli hatte eine Münchnerin das Reisebüro angerufen und für September Flüge gebucht: für sich und ihre Familie, von Antalya nach München. Im Reisebüro holte sie die Unterlagen ab und unterschrieb die Buchung. Dass die Mitarbeiterin des Reisebüros sie am Telefon falsch verstanden hatte, bemerkte die Kundin zu ihrem Pech erst in Antalya: Die Flugtickets waren für einen Flug von München nach Antalya ausgestellt.

Nun benötigte die ganze Familie neue Tickets (Kostenpunkt: 1.070 Euro). Für die Zusatzkosten forderte die Kundin Schadenersatz vom Reisebüro. Klipp und klar habe sie beim Telefongespräch gesagt, sie wolle einen Flug von Antalya nach München buchen. Nicht umgekehrt.

Vom Reisebüro wurde das bestritten. Doch das Amtsgericht München erklärte den gegnerischen Parteien, der Streit um den Inhalt des Telefonats sei müßig (233 C 1004/13). Die Kundin hätte auch dann keinen Anspruch auf Schadenersatz, wenn sie bei dem Telefongespräch wirklich ihr Anliegen klar und unmissverständlich formuliert hätte.

Denn sie habe im Reisebüro Buchungsunterlagen unterschrieben, in denen eindeutig stand, dass für vier Reisende ein Flug von München nach Antalya gebucht sei. Wenn Kunden Buchungsdaten per Telefon durchgeben, müssten sie beim Erhalt der Unterlagen besonders sorgfältig prüfen, ob die Daten korrekt erfasst wurden.

Im konkreten Fall müsse die Kundin den Buchungsauftrag ungelesen unterschrieben haben, ansonsten hätte sie das Versehen bemerkt. Das Verschulden der Kundin falle unter diesen Umständen schwerer ins Gewicht als das Missverständnis der Reisebüromitarbeiterin am Telefon - daher komme eine Entschädigung nicht in Frage.