Mit 3,47 Promille tot auf der Straße

Das spricht für ein (Mit-)Verschulden des Fußgängers am Verkehrsunfall

onlineurteile.de - Sternhagelvoll hatte der Mann kurz vor 23 Uhr eine Geburtstagsfeier verlassen - mit 3,47 Promille Alkohol im Blut. Wahrscheinlich fiel er deshalb in unmittelbarer Nähe seines Hauses auf der Straße um und blieb liegen. Genau war das nicht mehr zu klären. Fest steht nur das bittere Ende: Ein Autofahrer konnte dem Hindernis nicht mehr ausweichen und überfuhr den Mann. Nach dem tödlichen Unfall verlangte dessen Witwe Schadenersatz von der Haftpflichtversicherung des Autofahrers: Schließlich stehe nun die Familie ohne Ernährer da.

Das Oberlandesgericht (OLG) Oldenburg hielt dem Autofahrer vor, er sei zu schnell gefahren (15 U 5/04). Wäre er mit der zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h gefahren - anstatt mit 74 km/h -, hätte er vor dem Gestürzten anhalten können. Aber die Witwe musste sich vom OLG ein Eigenverschulden ihres verstorbenen Ehemanns anrechnen lassen.

Nach der Lebenserfahrung könne man davon ausgehen, dass der Unfall auf den übermäßigen Alkoholkonsum des Fußgängers zurückzuführen sei. Ein nüchterner Verkehrsteilnehmer wäre nicht nachts auf einer befahrenen Straße herumspaziert. Die Richter gewichteten das Verschulden der beiden Beteiligten gleich und setzten eine Haftungsquote von 50 : 50 fest. Also musste sich die Witwe damit abfinden, dass sie von der Kfz-Versicherung nur die Hälfte des Schadens (= Ausfall von Unterhalt) ersetzt bekommt.