Mit dem Flugzeug abgestürzt

Witwe will Schadenersatzleistungen an andere Hinterbliebene als Betriebsausgaben von der Steuer absetzen

onlineurteile.de - Ein Arzt unternahm mit einem gecharterten Privatflugzeug, das er selbst und ein Safety-Pilot flogen, eine Reise zu einem Ärztekongress. Zwei Passagiere nahm er mit, Lehrer seiner Kinder, die zugleich Patienten bei ihm waren. Die Lehrer wollten am Kongressort eine Klassenfahrt vorbereiten und Verwandte besuchen. Beim Absturz des Flugzeugs starben alle Insassen.

Ein Gericht sprach den Hinterbliebenen der getöteten Passagiere Anspruch auf Schadenersatz von der Witwe des Arztes zu. Die Alleinerbin des Arztes zahlte und machte beim Finanzamt die Zahlungen als Betriebsausgaben geltend. Als die Finanzbeamten dies ablehnten, zog sie vors Finanzgericht. Hier ging es um die Frage, ob die Reise beruflich veranlasst war: Denn: "Unfallschäden teilen steuerrechtlich das Schicksal der Fahrt, auf der sie entstanden sind", so der Bundesfinanzhof (BFH).

Die obersten Steuerrichter des BFH nahmen der Witwe nicht ab, dass ihr Mann die beiden Lehrer auf dem Ärztekongress als Patienten vorstellen wollte (IV R 26/04). Die Fluggäste seien nicht aus betrieblichen Gründen geflogen, vielmehr habe der Arzt den Lehrkräften einen persönlichen Gefallen erweisen wollen. Werde eine Reise aus privaten und betrieblichen Gründen unternommen, komme es darauf an, welches Motiv im Vordergrund stehe. Entstünden aber, wie hier, auf einer privat veranlassten Reise erhebliche Unfallkosten, seien diese Ausgaben nicht als Betriebsausgaben anzuerkennen.