Mit Frischbeton Haut verätzt

Deutliche Warnung auf dem Lieferschein - kein Schmerzensgeld vom Hersteller

onlineurteile.de - Ein Hausbesitzer und passionierter Heimwerker wollte sein Badezimmer renovieren. Er bestellte bei einem Betonhersteller Frischbeton. Als das Material geliefert wurde, musste der Kunde einen Lieferschein unterschreiben. Darauf stand fettgedruckt die Warnung: "Frischbeton ist alkalisch, deshalb Haut und Augen schützen! Bei Berührung gründlich mit Wasser spülen! Bei Augenkontakt unverzüglich Arzt aufsuchen!" Während er den Frischbeton verarbeitete, kniete der Mann auf dem Boden und kam aus Versehen mit dem Material in Berührung. Er verätzte sich die Haut an den Knien und war mehrere Wochen arbeitsunfähig. Vergeblich verlangte er vom Betonhersteller 6.000 Euro Schmerzensgeld.

Für eine Entschädigung sah das Oberlandesgericht Celle keinen Anlass (9 U 176/02). Das Unternehmen habe ausdrücklich darauf hingewiesen, wie gefährlich direkter Hautkontakt mit dem Frischbeton sei. Mehr könne man vom Produzenten nicht erwarten. Die Warnung auf dem Lieferschein sei deutlich und nicht zu übersehen: abgedruckt auf der Vorderseite des Lieferscheinsund optisch hervorgehoben. Beim Unterschreiben könne der Kunde gar nicht anders, als den Hinweis zur Kenntnis zu nehmen.