Mit Krankfeiern gedroht

Arbeitnehmer will Verlängerung des Urlaubs erzwingen: Kündigung

onlineurteile.de - Ein kroatischer Lkw-Fahrer hatte vor, fünf Wochen lang Sommerurlaub in seinem Heimatland zu machen. Die Arbeitgeberin beurlaubte ihn aber nur für drei Wochen. Verärgert kündigte der Mann an, er werde sich dann halt zwei Wochen krank schreiben lassen. Das brachte ihm eine Abmahnung ein. Kurz bevor der offiziell genehmigte Urlaub endete, rief der Arbeitnehmer den Geschäftsführer der Firma an und teilte ihm mit, er werde voraussichtlich zwei Wochen krank sein. Obwohl er ein ärztliches Attest vorlegte, ließ der blaue Brief nicht lange auf sich warten.

Mit einer Klage gegen die Kündigung versuchte der Lkw-Fahrer, seinen Arbeitsplatz zu retten, hatte beim Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein jedoch keinen Erfolg (5 Sa 279/04). Grundsätzlich bedeute zwar eine Abmahnung, dass der Arbeitgeber zunächst darauf verzichte, wegen des gerügten Fehlverhaltens zu kündigen: Der Arbeitgeber "verzeihe" dem Arbeitnehmer und räume ihm die Chance ein, sich zu bewähren. Mit der Abmahnung sei die Sache dann vorerst als "erledigt" anzusehen.

Hier liege der Fall aber ganz anders. Denn das Abmahnungsschreiben mache deutlich, dass der Arbeitgeber sich die Kündigung vorbehalte. Die Entscheidung darüber hänge davon ab, ob der Urlauber pünktlich zur Arbeit erscheine, stehe da unmissverständlich. Schon die Drohung damit, am Ende des Urlaubs zu "erkranken", verstoße gegen die Pflichten aus dem Arbeitsvertrag. Dies sei mit der Abmahnung gerügt worden. Da der Lkw-Fahrer die Chance, sich zu bewähren, ausgeschlagen und seine Drohung wahrgemacht habe, sei die Kündigung wirksam.