Mofa contra Moped

Jugendliche liefern sich illegales Rennen - keine Haftung für Unfall

onlineurteile.de - Zwei 16-jährige Jungs drehten mächtig auf: Der eine fuhr ein 50 ccm-Moped, der andere ein Mofa. Vor der Freundesschar musste unbedingt "geklärt" werden, wer der Schnellere war. Man lieferte sich ein Rennen, was auf öffentlichen Straßen verboten ist. Der Mopedfahrer überholte den Mofafahrer rechts und schwenkte anschließend wieder nach links. Der Mofafahrer stürzte und verletzte sich - ob mit oder ohne "Feindberührung", blieb umstritten.

Mit seiner Klage gegen den Mopedfahrer auf Schmerzensgeld scheiterte der Verletzte beim Landgericht Duisburg (7 S 129/04). Die beiden Jugendlichen hätten ein illegales Rennen veranstaltet, so die Richter. Wer ein Rennen fahre, wisse, dass er sich verletzen könne und lasse sich darauf bewusst ein. Ebensogut hätte der Mopedfahrer stürzen können. Wer sich freiwillig in Gefahr begebe, dürfe den Kontrahenten nicht dafür haftbar machen, wenn sie wirklich werde. Anders läge der Fall bei grober Unsportlichkeit oder schuldhaftem Regelverstoß.

Allein der Umstand, dass der Mopedfahrer rechts überholte, könne jedoch keine Haftung begründen. Denn für eine Rennsituation sei es gerade typisch, am "Gegner" rechts oder links vorbeizufahren und nach dem Überholen auf die "Ideallinie" zurückzufallen. Natürlich sei das für alle Beteiligten ein gefährliches Manöver, aber ein Regelverstoß sei es nicht. Unsportlich wäre es, den anderen absichtlich zu behindern. Davon könne hier aber keine Rede sein, wie alle Zeugen bestätigten.