Motor hochgedreht

Motorschaden nach der Abgassonderuntersuchung (ASU)

onlineurteile.de - Der Wagen hatte schon einige Kilometer auf dem Tacho, als er gebraucht gekauft wurde. Ein Jahr später musste das Fahrzeug bei Kilometerstand 150.000 zum Abgastest. Bei dieser Untersuchung wird der Motor mehrfach auf hohe Drehzahl gebracht. Dabei sprang der Zahnriemen ab, was zu einem schweren Motorschaden führte. Der Autobesitzer forderte vom Bundesland, das für die Abgassonderuntersuchung zuständig war, ihm die Reparaturkosten von ca. 3.000 Euro zu ersetzen.

Das Oberlandesgericht Frankfurt wies seine Klage ab (2 U 35/02). Der Prüfingenieur müsse bei der ASU die schadstoffrelevanten Bauteile einer Sichtprüfung unterziehen, andere Teile müsse er nicht untersuchen. Es sei für die Untersuchung notwendig, die Motordrehzahl wiederholt hochzufahren. Das belaste natürlich den Motor, genau wie das Fahren mit hoher Drehzahl. Wenn dabei ein Verschleißteil kaputt gehe, sei das aber nicht einem Fehler des Prüfers zuzuschreiben. Wäre der Zahnriemen nicht schon altersschwach gewesen, hätte die Untersuchung den Defekt nicht auslösen können. Für den betriebstauglichen Zustand seines Fahrzeugs sei jeder Autofahrer selbst verantwortlich.