Motorrad bei Probefahrt geklaut

Hat der Eigentümer keinerlei Vorsichtsmaßnahme getroffen, muss die Teilkaskoversicherung für den Verlust nicht zahlen

onlineurteile.de - Der Verkäufer eines Motorrads hatte anscheinend großes Vertrauen zu seinen Mitmenschen. Dem (ihm unbekannten) Interessenten, der sich auf seine Anzeige hin meldete, übergab er das Motorrad für eine Probefahrt. Der Eigentümer verlangte vom Kaufinteressenten keinen Ausweis und keine Sicherheit. Bald darauf teilte der vermeintliche Käufer per SMS mit, er sei mit dem Motorrad "abgehauen".

Der düpierte Eigentümer wandte sich an seine Teilkaskoversicherung und forderte 8.000 Euro für das gestohlene Fahrzeug. Das Unternehmen winkte jedoch ab: Da der Versicherungsnehmer den Versicherungsfall fahrlässig herbeigeführt habe, werde er kein Geld sehen. Mit Trickdiebstahl auf Probefahrten mit Autos oder Motorrädern müsse man rechnen und sich entsprechend absichern.

So sah es auch das Landgericht Coburg und wies die Zahlungsklage des Bestohlenen gegen den Versicherer ab (13 O 717/08). Der Motorradbesitzer sei äußerst leichtfertig gewesen und habe den Täter geradezu zum Diebstahl eingeladen. Er habe keine Vorsichtsmaßnahme getroffen, um sich gegen Diebstahl zu schützen. Nicht einmal die Personalien des Kaufinteressenten habe der Eigentümer vor der Probefahrt aufgenommen, sondern das Motorrad dem Mann "einfach so" überlassen. Dabei sei allgemein bekannt, dass bei Probefahrten häufig Betrügereien oder Diebstähle vorkämen.