Motorschaden am Gebrauchtwagen

Entscheidende Frage: War der verschleißbedingte Mangel schon beim Kauf vorhanden?

onlineurteile.de - Mit 133.000 Kilometern auf dem Tacho hatte der Mann den Audi A 4 Avant beim Autohändler gekauft. Fünf Monate später (bei Kilometerstand 153.516) fiel ein verschlissenes Riemenspanndämpferelement aus, was zu einem Motorschaden führte. Der Käufer pochte auf Gewährleistung und forderte vom Händler Ersatz für Nutzungsausfall und Reparaturkosten.

Vor Gericht ging es im wesentlichen um die Frage, ob der Mangel schon beim Kauf vorhanden war. Tritt innerhalb von sechs Monaten nach dem Kauf vollständiger Verschleiß an einem Teil auf, wird dies angenommen - es sei denn, der Verkäufer kann das Gegenteil beweisen. Das sei hier gelungen, fand das Oberlandesgericht Koblenz, nachdem es mehrere Mechaniker befragt hatte (5 U 768/06).

Werkstattleiter T. habe genau die große Inspektion geschildert, die er bei Kilometerstand 120.000 für die Voreigentümerin des Wagens durchgeführt habe, so die Richter. Da habe er den Zahnriemen auswechseln lassen und persönlich auch das Spanndämpferelement geprüft. Dabei habe er keinerlei Verschleiß oder Spiel festgestellt. Diese Aussage sei von den Kfz-Meistern bestätigt worden. Da das Element in Ordnung gewesen sei und die Frau den Wagen regelmäßig warten ließ, habe der Mechaniker keinen Wechsel empfehlen müssen.

Der Autokäufer widersprach: Wenn das Spanndämpferelement entgegen den Vorgaben des Herstellers bei der 120.000-km-Inspektion nicht ausgetauscht worden sei, liege darin ein Mangel des Fahrzeugs. Deshalb müsse der Händler die Reparatur bezahlen.

Wäre der Wechsel vom Werk zwingend vorgeschrieben, läge der Käufer damit richtig, räumten die Richter ein. Die Angaben des Herstellers seien aber nicht so eindeutig: Beim Wechsel des Zahnriemens sei bei Bedarf auch das Riemenspanndämpferelement auszutauschen, stehe da. Daher sei die Wartung korrekt ausgeführt worden und das Auto beim Kauf einwandfrei gewesen.