Motorschaden nach falschem Eintrag ins Inspektionsheft

Mangelhafte Nebenleistung einer Kfz-Werkstatt ist nach einem Jahr nicht verjährt

onlineurteile.de - Als der Wagen im Frühjahr 2005 mit einem Motorschaden auf der Strecke blieb, gab es zunächst keine Erklärung, wie das passieren konnte. Der Wagen war regelmäßig zur Inspektion gebracht worden, das letzte Mal im Oktober 2004. "Schuld" an dem Motorschaden war ein gerissener Zahnriemen für den Nockenwellenantrieb.

Den Zahnriemen hätte der Mechaniker bei der letzten Inspektion auswechseln müssen. Doch das unterblieb aus Versehen: Denn im April 2004 hatte ein Kollege in die Rubrik "Inspektion Zahnriemen/Spannrollenwechsel" des Inspektionshefts bereits ein "ja" eingetragen. Damit war aber der Zahnriemen für die Einspritzpumpe gemeint.

Die Autobesitzerin verklagte die Werkstatt wegen mangelhafter Leistung auf Schadenersatz. Damit scheiterte sie beim Landgericht: Der Fehler in der Werkstatt liege schon über ein Jahr zurück und sei daher bereits verjährt. Das Oberlandesgericht München sprach der Frau dagegen Anspruch auf Schadenersatz von knapp 1.500 Euro (7 U 3028/07).

Begründung: Hier handle es sich nicht um eine mangelhaft ausgeführte Hauptleistung der Werkstatt (= Reparatur), die tatsächlich schon verjährt wäre. Der falsche Eintrag im Inspektionsheft sei vielmehr eine mangelhafte Nebenleistung, für welche die einjährige Verjährungsfrist nicht gelte.