Mutter lehnt Kontakt des Sohnes zum Vater ab ...

... und vereitelt ein psychologisches Gutachten: teilweiser Entzug des Sorgerechts

onlineurteile.de - Das einstige Paar hasste sich geradezu. Mit allen Mitteln versuchte die sorgeberechtigte Mutter, jeden Besuch des Sohnes M beim Vater zu verhindern. Das werde den Fünfjährigen seelisch aus dem Gleichgewicht bringen, meinte sie. Umgang mit beiden Elternteilen sei für das Wohl des Kindes notwendig, konterte das Familiengericht. Es ordnete ein psychologisches Gutachten an, um zu klären, ob und wie Kontakt zum Vater möglich sei.

Der psychologische Sachverständige vereinbarte mit der Mutter zwar einige Termine, es kam jedoch nie einer zustande. Mal wurde eine Sitzung von ihr verschoben, mal abgesagt, mal erhob die Frau Einwände gegen das geplante Vorgehen des Sachverständigen.

Schließlich reichte es dem Familiengericht: Es verpflichtete die Mutter, M zum Psychologen zu schicken, begleitet von einer Umgangspflegerin des Jugendamts. In diesem Punkt wurde der Mutter das Sorgerecht vorübergehend entzogen. Ihre Beschwerde gegen diese Entscheidung hatte beim Oberlandesgericht (OLG) Rostock keinen Erfolg (10 UF 126/11).

Monatelang habe sich die Frau dem Gutachten widersetzt und den Sachverständigen am Telefon "auflaufen" lassen, stellte das OLG fest. Also müssten die Termine beim Psychologen gegen sie durchgesetzt werden - notfalls mit dem Gerichtsvollzieher. Dafür gebe es kein milderes Mittel, als der Mutter punktuell das Sorgerecht für den Jungen zu entziehen und auf eine Umgangspflegerin zu übertragen.

Ihre Vorbehalte gegen den Kontakt mit dem Vater machten es erst notwendig, das Kind zu begutachten. Von Amts wegen müsse mit sachverständiger Hilfe geklärt werden, ob es dem Wohlergehen des Sohnes diene, das Umgangsrecht des Vaters auszuschließen - oder ob diese Maßnahme nicht eher das Wohl des Kindes gefährde. Wenn sich die Frau unberechtigt weigere, die Begutachtung des Jungen zuzulassen, schade sie ihm letztlich nur.