Mutter sucht unbekannten Vater ihres Kindes

Telefongesellschaft muss in diesem Fall geschützte Daten herausrücken

onlineurteile.de - Sie lernte den Mann im Internetforum kennen und wusste so gut wie nichts über ihn: Er nannte einen Namen und gab ihr zwei Mobiltelefonnummern. Seine Anschrift verriet er nicht. Einmal schlief die Frau mit ihm und wurde schwanger. Als sie das erfuhr, war die Beziehung schon abgebrochen. Nun wandte sie sich an den Mobilfunkbetreiber und bat um Auskunft, wer der Anschlussinhaber sei. Doch das Unternehmen pochte auf den Datenschutz und schwieg hartnäckig.

Als die Frau im Namen der neugeborenen Tochter auf Auskunft klagte, setzte sie sich beim Amtsgericht Düsseldorf durch (54 C 5095/04). Der unbekannte Erzeuger des Kindes sei anders nicht zu ermitteln, so der Amtsrichter. Unter dem angegebenen Namen sei er in O. nicht gemeldet. Über eine der Mobiltelefonnummern habe er jedoch mit der Mutter des Kindes telefoniert. Entweder sei er Inhaber des Anschlusses oder die Nummer biete zumindest einen Anhaltspunkt, um seine Identität zu klären.

Jedes Kind habe einen Anspruch darauf, über seine Abstammung Bescheid zu wissen. Die Kenntnis der Herkunft gehöre zur Persönlichkeit und sei wichtig für die Entfaltung der Individualität. Demgegenüber könne sich die Telefongesellschaft nicht auf den Datenschutz zurückziehen. In so einem Ausnahmefall müsse das Unternehmen die an sich geschützten Daten preisgeben.