Mutter verabscheut Vater ihres Sohnes

Für den Bereich "Umgang" wird ihr das Sorgerecht entzogen

onlineurteile.de - Drei Jahre war das Paar verheiratet, als die Frau ihren Mann wegen Vergewaltigung anzeigte. Die war allerdings nicht nachzuweisen, das Verfahren wurde eingestellt. Einige Monate später, 2000, kam der gemeinsame Sohn zur Welt, 2001 wurde die Ehe geschieden. Beide Gatten leben heute mit anderen Partnern zusammen. Das Kind hält den neuen Partner der Mutter für seinen Vater. Seit der Scheidung versucht der Vater vergeblich, den Jungen zu sehen. Der Kontakt wurde von seiner Ex-Frau strikt abgelehnt, die ihn für die instabile Psyche des Kindes und ihre eigenen Probleme verantwortlich macht.

Sie leidet laut Attest ihrer Therapeutin an einer posttraumatischen Belastungsstörung: Die Patientin könne sich mit dem Ex-Mann nicht auseinandersetzen, ohne in Tränen auszubrechen. Kontakt sei unmöglich. Dem widersprach das Oberlandesgericht Karlsruhe, das sich mit dem Antrag des Vaters auf Umgang zu befassen hatte (2 UF 117/06). Die psychische Barriere der Mutter könne nicht zum Ausschluss des Umgangsrechts von Vater und Kind führen. Deshalb müsse man ihr das Recht entziehen, darüber zu entscheiden.

Die Mutter lehne ihren Ex-Mann so leidenschaftlich ab, dass sie auf lange Sicht nicht in der Lage sein werde, den Kontakt zwischen Kind und Vater zu tolerieren und dem Kind ein positives Bild vom Vater zu vermitteln. Ob die Psychotherapie zu dem Erfolg führe, dass sie die Sache distanzierter betrachten könne, sei ungewiss. Und für den Vater sei es unzumutbar abzuwarten, ohne zu wissen wie lange. Der Junge sei jetzt sechs und damit in einem Alter, in dem er noch eine emotionale Beziehung zum Vater aufbauen könne.

Da er seinen Vater nicht kenne, müsse der Kontakt vorsichtig und einfühlsam angebahnt werden. Bevor man das Kind allmählich mit der Tatsache von "zwei Vätern" konfrontiere, solle er den Vater als Freund kennenlernen. Sofort einen Umgang in festem Rhythmus zu organisieren, würde das Kind überfordern. Die Aufgabe werde einer Verfahrenspflegerin anvertraut, die als Brückenperson den Kontakt herstellen solle. Gleichzeitig werde das Kind psychologisch betreut.