Mutter vereitelt Kontakt zwischen Vater und Sohn

Wenn es anders nicht geht, wird vom Gericht "Umgangspflegschaft" angeordnet

onlineurteile.de - Das unverheiratete Paar hatte sich im Jahr 2000 getrennt. Ihr gemeinsamer, 1994 geborener Sohn blieb bei der Mutter, die das Sorgerecht erhielt. Die Frau verbot dem Ex-Freund jeden Kontakt mit dem Kind. Sie schaffte es auch, den Jungen so gegen den Mann einzunehmen, dass er Besuche beim Vater ablehnte. Der Vater setzte schließlich bei Gericht durch, dass der Kontakt zwangsweise angeordnet wurde. Die Treffen sollten von einem Umgangspfleger überwacht werden, der Frau wurde für diese Zeiten das Aufenthaltsbestimmungsrecht entzogen.

Ihre Einspruch blieb beim Oberlandesgericht Saarbrücken erfolglos (9 UF 37/07). Der Kontakt zum Vater sei für die Entwicklung des Jungen wichtig, betonten die Richter. Der Umgangspfleger des Jugendamts habe bei ersten Besuchen eine deutlich positive Reaktion des Jungen festgestellt. Dass er den Vater angeblich nicht sehen wolle, rechtfertige es - entgegen der Ansicht der Mutter - keineswegs, dem Vater das Umgangsrecht zu entziehen.

Denn die Einstellung des Kindes beruhe nicht auf eigenen negativen Erfahrungen mit dem Vater, sondern ausschließlich auf den abwertenden, realitätsverzerrten Darstellungen der Mutter. Die negativen Äußerungen des Kindes gäben nur den aktenkundigen Hass der Frau gegen ihren Ex-Freund wieder, sonst nichts. Fachkundige Personen hätten vergeblich versucht, der Mutter klar zu machen, dass ihr Fehlverhalten das Wohl des Kindes gefährde.

Sie lasse jedes Gefühl für die kindlichen Bedürfnisse ihres Sohnes vermissen und stürze ihn in einen permanenten Loyalitätskonflikt. Daher gebe es keine andere Möglichkeit, als ihr das Aufenthaltsbestimmungsrecht zu entziehen und den Kontakt gegen sie durchzusetzen. Der Umgangspfleger müsse dafür sorgen, dass der Vater seinen Sohn wenigstens alle 14 Tage am Wochenende sehen könne.