Nach Autounfall Ersatz-Transporter gemietet

Haftpflichtversicherer muss den teuren Unfallersatztarif nicht finanzieren

onlineurteile.de - Bei einem Verkehrsunfall im Herbst 2004 wurde ein Transporter beschädigt. Die Reparatur sollte eine Woche dauern. Deshalb mietete der K, der Fahrer des Transporters, bei einem Autohaus (Händler, Werkstatt und Autovermietung in einem Unternehmen) für diese Zeit ein Ersatzfahrzeug. Zuerst wurde der Werkstatt-Tarif vereinbart, später einigte man sich auf den fast doppelt so teuren Unfallersatztarif.

Die Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers ersetzte nur die Summe, die der Normaltarif für acht Tage gekostet hätte. K trat daraufhin seine Ansprüche an die Autovermieterin ab, die den Versicherer auf Zahlung des Differenzbetrags verklagte: Da sie ein höheres Risiko tragen musste, habe sie auch den höheren Tarif wählen dürfen.

Für das "höhere Risiko" sei sie jeden Beweis schuldig geblieben, erklärte das Amtsgericht München, und wies die Klage ab (343 C 35535/06). Unfallgeschädigte seien verpflichtet, sich um einen günstigen Miettarif zu bemühen, wenn sie ein Ersatzauto brauchten. Die Richterin kreidete K insbesondere an, dass er es zuließ, dass im Formular des Mietvertrags der zunächst eingetragene, günstigere Werkstatt-Tarif gestrichen und durch den Unfallersatztarif ersetzt wurde.

Dass die Autovermieterin so viel verdienen wolle wie möglich, sei nachvollziehbar. Aber K als Mieter müsse sich Gedanken über die Kosten machen. Das habe er anscheinend für überflüssig gehalten, sobald er erfuhr, dass der Versicherer die Mietwagenkosten übernehmen werde. Mehr als den Werkstatt-Tarif für eine Woche müsse der Haftpflichtversicherer nicht zahlen.