Nach der Fortbildung die Kündigung ...

Muss der Arbeitnehmer dann die Fortbildungskosten zurückzahlen?

onlineurteile.de - Der Job hatte wie eine Herausforderung geklungen: Zunächst sollte die Krankenschwester eine Fortbildung im Bereich "Leitung/Management von ambulanten Pflegediensten" mitmachen und dann richtig einsteigen. Aber noch bevor die Probezeit von sechs Monaten vorbei war, kündigte ihr der Arbeitgeber. Zu allem Überfluss wollte er dann auch noch das Geld für die Fortbildung zurück.

Einem Maschinenbau-Ingenieur ging es nicht viel besser: Gerade eingestellt, sollte er sofort an einer "CATIA-Schulung" teilnehmen. Nach siebeneinhalb Monaten behauptete der Chef, der Mann sei in seinem Job eine komplette Niete - und kündigte. Auch in diesem Fall verlangte der Arbeitgeber vom Geschassten Ersatz für die Kosten der Schulung.

In beiden Fällen sei die Rückzahlung unzumutbar, entschied das Bundesarbeitsgericht (6 AZR 320/03 und 6 AZR 383/03). Wenn der Arbeitgeber kündige - und zwar aus Gründen, die der Arbeitnehmer nicht zu verantworten habe -, sorge er schließlich selbst dafür, dass sich die Bildungsinvestition für ihn nicht auszahle.

Anders läge der Fall, wenn sich der Arbeitnehmer während oder nach einer Fortbildung vertragswidrig verhalte oder selbst vorzeitig kündige. Um sich dagegen abzusichern, könne der Arbeitgeber mit dem Arbeitnehmer vereinbaren, dass dieser die Fortbildungskosten übernehmen muss, wenn er vor Ablauf einer bestimmten Frist kündigt.