Nach der Wartung - Kupplung defekt

Zur Verjährungsfrist bei mangelhafter Autoreparatur

onlineurteile.de - Der Col du Galibier - ein Pass in den französischen Alpen - "schaffte" schon so manchen Radfahrer. Im Juli 2005 wurde er deutschen Urlaubern zum Verhängnis, die den Pass im Wohnmobil erklommen. Die hydraulische Kupplung des "Womos" (Baujahr 1992) erlitt einen Totalschaden. Dabei hatte die Eigentümerin das Fahrzeug erst im Juni 2005 in der Werkstatt warten lassen, um es für die Hauptuntersuchung vorzubereiten.

Das könne ja wohl nicht mit rechten Dingen zugehen, vermutete die Autobesitzerin. Die Kfz-Mechaniker hätten es versäumt, die Flüssigkeit der hydraulischen Kupplung zu erneuern. Im übrigen sei nach einem Unfallschaden im Sommer 2003 das Getriebe repariert und die Kupplung erneuert worden. Wahrscheinlich sei schon diese Reparatur mangelhaft gewesen. Die Kundin forderte 5.394 Euro Schadenersatz.

Beim Oberlandesgericht Koblenz blieb ihre - im Sommer 2006 eingereichte - Zahlungsklage erfolglos (5 U 906/07). Soweit die Eigentümerin des Wohnmobils ihre Forderung mit schlampiger Arbeit im Jahr 2003 begründe, sei diese Forderung verjährt, so die Richter. Ansprüche in Bezug auf eine Autoreparatur verjährten innerhalb von zwei Jahren. Diese Frist beginne mit der Abnahme der Werkleistung zu laufen (unabhängig davon, ob der Gläubiger die den Anspruch begründenden Umstände kenne).

Auch in Bezug auf die Wartung 2005 seien der Werkstatt keine Fehler anzukreiden. Die Kundin habe nicht belegen können, dass sie seinerzeit eine umfassende Inspektion in Auftrag gab. Ein Kfz-Sachverständiger habe die Flüssigkeit des Kupplungssystems untersucht und festgestellt, dass sie in Ordnung gewesen sei. Sie habe den Kupplungsdefekt nicht ausgelöst. Vor der Wartung sei an der Kupplung nichts auffällig gewesen - ohne besonderen Anlass müssten Mechaniker nicht das ganze System zerlegen.