Nach einem Todesfall bleiben teure Medikamente übrig

Mutter der Patientin gibt sie dem Apotheker zurück - wem gehört das Geld?

onlineurteile.de - Die an Leukämie erkrankte Tochter benötigte teure Medikamente. Als die junge Frau starb, nahm die Apotheke ungeöffnete, originalverpackte Packungen zurück. Beim Großhändler erlöste der Apotheker dafür über 6.000 Euro, die er der privaten Krankenversicherung zurückgeben wollte. Doch die Versicherungsnehmerin, Mutter der verstorbenen Patientin, widersprach und forderte das Geld. Daraufhin überwies ihr der Apotheker die Summe. Damit war allerdings die Krankenversicherung nicht einverstanden. Da die Mutter dachte, ihr stehe das Geld zu, ließ sie sich verklagen.

Das Landgericht Magdeburg stellte sich auf die Seite der Versicherung (6 O 1517/03 (279)). Diese müsse nur Medikamente finanzieren, die tatsächlich für eine medizinische Behandlung gebraucht würden. Mit dem Tod der - bei der Mutter mitversicherten - Patientin sei dieser Verwendungszweck entfallen; also habe die Versicherungsnehmerin auf die Erstattungssumme keinen Anspruch. Dass die Mutter davon mehrere tausend Euro dem Verein "Kinder von Tschernobyl" gespendet hatte, half ihr auch nichts. Spätestens als ihr der Apotheker schrieb, er werde das Geld ordnungsgemäß der Krankenversicherung zurückgeben, hätte der Versicherungsnehmerin die Rechtslage klar sein müssen, winkten die Richter ab.