Nach harmlosem Verkehrsunfall Flug verpasst

Unfallgegner muss dafür keinen Schadenersatz zahlen

onlineurteile.de - Es sollte ein richtig schicker Urlaub werden: Zwei befreundete Paare hatten eine Flugreise nach Dubai gebucht. Um von ihrem Wohnort Menden zum Flughafen Frankfurt zu kommen, mieteten sie einen Wagen, den sie am Flughafen abgeben wollten. Ein Paar fuhr mit dem Mietwagen gegen 8.15 Uhr los, um zunächst die Miturlauber abzuholen. Doch kurz vor dem Ziel stieß ein anderes Auto mit dem Mietwagen zusammen.

Viel war nicht passiert. Aber man rief die Polizei und bis alles geklärt war, vergingen 45 Minuten. Dann wurden die Bekannten abgeholt und der Fahrer raste zum Flughafen. Gerade noch geschafft, dachten sich die Urlauber. Doch als sie um 11 Uhr am Notschalter der Fluggesellschaft einchecken wollten, winkten die Angestellten ab: Bei außereuropäischen Flügen müssten die Fluggäste schon zwei Stunden vor Abflug da sein. Und so flog das Flugzeug um 11.30 Uhr ohne die beiden Paare ab, die sich neue Tickets für einen späteren Flug kaufen mussten. Die wertlosen Tickets wollten sie sich vom Unfallgegner bezahlen lassen.

Dass sie zu spät kamen, hätten sie sich selbst zuzuschreiben, erklärte das Amtsgericht Menden (4 C 53/05). Dafür schulde ihnen der Unfallverursacher bzw. seine Kfz-Versicherung keinen Schadenersatz. Dass Passagiere bei außereuropäischen Flügen zwei Stunden vor dem Abflug einchecken müssten, stehe auf den Reiseunterlagen. Mit Unfällen oder Staus müsse man im Straßenverkehr immer rechnen und deshalb zeitig losfahren.

Die Urlauber hätten für die Fahrt zum Flughafen (immerhin 230 Kilometer) mehr Zeit einplanen und viel früher starten müssen. Und das Paar, das zuhause auf die Abholer wartete und per Handy verständigt wurde, hätte sowieso die Möglichkeit gehabt, auf andere Weise zum Flughafen zu gelangen und rechtzeitig einzuchecken.