Nach Unfall bleibt im Haushalt alles liegen

Kein Schadensersatzanspruch bei Lebensgemeinschaft ohne Trauschein

onlineurteile.de - Der Unfall machte ihr ruhiges Leben zunichte. Bis dahin hatte die Frau halbtags als Verkäuferin gearbeitet und ansonsten den Haushalt geführt. Sie wohnte mit ihrem Freund zusammen, in dessen Eigentumswohnung. Bei dem Verkehrsunfall verletzte sie sich aber so schwer, dass für längere Zeit nicht mehr ans Kochen oder Putzen zu denken war. Deshalb forderte sie von der Kfz-Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers auch Entschädigung dafür, dass sie nun im Haushalt nichts mehr tun konnte.

Vor Gericht hielt ihr der Anwalt der Gegenseite vor, dass sie gar nicht verpflichtet sei, für ihren Lebensgefährten den Haushalt zu erledigen. Daher könne die Verletzte keinen Schadenersatz beanspruchen. Die passende Antwort fiel der Frau zu spät - erst vor dem Oberlandesgericht - ein: Sie habe mit ihrem Freund vereinbart, mietfrei bei ihm wohnen zu dürfen, wenn sie dafür den Haushalt besorge.

Dieses Argument ließ das Oberlandesgericht Nürnberg aber nicht mehr zu und wies ihre Schadenersatzklage ab (5 U 195/05). In einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft seien die Partner gesetzlich zu nichts verpflichtet, weder zu Unterhalt, noch zur Hausarbeit. Ein Schaden, der Anspruch auf Entschädigung begründe, läge nur dann vor, wenn das Unterlassen der Hausarbeit für die Frau die Notwendigkeit mit sich brächte, auf andere Weise einen Beitrag zum Familienunterhalt zu leisten.