Nach Unfall zwei Monate auf ein Auto verzichtet

Versicherung des Unfallverursachers muss dann keine Nutzungsentschädigung zahlen

onlineurteile.de - Ärgerlich war der Verkehrsunfall schon und das Auto total kaputt. Doch eine Weile ohne Wagen auszukommen, fand die Frau anscheinend gar nicht so schlimm. Jedenfalls ließ sie sich beim Kauf eines neuen Wagens viel Zeit. Erst nach zwei Monaten entschied sie sich für ein Modell. Von der Kfz-Versicherung des Unfallverursachers, die den Schaden am Auto bereits reguliert hatte, verlangte die Frau anschließend Entschädigung für die autolose Zeit. Das Unternehmen winkte ab: Wer so lange warte, bevor er den Schaden beheben lasse oder Ersatz beschaffe, der sei nicht auf das Auto angewiesen. Also gebe es auch keine Entschädigung für den Nutzungsausfall.

So sah es auch das Oberlandesgericht Köln (16 U 111/03). Grundsätzlich stehe einem Fahrzeugbesitzer, der mit seinem Wagen unfallbedingt nicht fahren könne, dafür eine Entschädigung zu. Das gelte freilich nur für die Zeitspanne, die unbedingt nötig sei, um das Auto reparieren zu lassen oder einen Ersatzwagen anzuschaffen. Und nur dann, wenn der Besitzer das Fahrzeug wirklich brauche und ohne den Unfall damit gefahren wäre. Wenn jemand zwei Monate trödle, treffe dies nicht zu.

Anders läge der Fall bei einem finanziellen Engpass, wenn der Versicherer die Regulierung des Schadens verzögere und der Geschädigte die Reparatur nicht zahlen könne. Darum gehe es hier aber nicht.